Weitere wichtige Änderungen im Lohn zum Jahreswechsel

1. Der gesetzliche branchenübergreifende Mindestlohn beträgt ab 01.01.2020 9,35 € pro Stunde. Diese Erhöhung wirkt sich erneut auf die maximale Arbeitszeit für Minijobber aus:

450 € / 9,35 €/h = 48 Stunden pro Monat

Das entspricht 11 Stunden pro Woche. Bitte beachten Sie, dass durch diese Änderung in den meisten Fällen auch eine Anpassung des Arbeitsvertrages notwendig wird. Über die seit 2019 geltende Regelung zur Vereinbarung einer Wochenarbeitszeit im Arbeitsvertrag von Teilzeitkräften informierten wir Sie bereits.

2. Im neuen Jahr bekommen auch Auszubildende erstmals einen eigenen Mindestlohn. Dieser gilt für ab dem 01.01.2020 beginnende Berufsausbildungsverträge. Demnach müssen Betriebe ihren Auszubildenden im ersten Lehrjahr mindestens 515 € pro Monat zahlen. Neben einer Staffelung nach Ausbildungsjahren ist bereits ein jährlicher Anstieg des Mindestlohnes im Berufsausbildungsgesetz verankert.

3. Die bisherigen steuerlichen Begünstigungen bei der Überlassung eines Elektrofahrzeuges oder Fahrrads werden bis 2030 verlängert. Darüber hinaus besteht ab dem 01.01.2020 die Möglichkeit, die Übereignung eines Fahrrades pauschal zu versteuern. Bereits rückwirkend ab 01.01.2019 können bestimmte Elektrofahrzeuge für Zwecke der sog. 1-%-Regel mit 0,25% des Bruttolistenpreises bewertet werden.

4. Aufgrund der schnell steigenden Mieten in Ballungsräumen, ist ein Bewertungsabschlag für Dienstwohnungen beschlossen worden. Danach muss kein geldwerter Vorteil mehr versteuert werden, soweit der Arbeitnehmer für eine ihm überlassene Dienstwohnung mindestens 2/3 der ortsüblichen Miete zahlt.

Um Luxuswohnungen auszunehmen, gilt der Abschlag nicht, wenn die ortsübliche Kaltmiete 25 €/m² übersteigt.

5. Die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand im Rahmen einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder doppelten Haushaltsführung werden ab 2020 erhöht. Die Pauschalen steigen

  • von 24 auf 28 € für Abwesenheiten von 24 Stunden und
  • von 12 auf 14 € für An- und Abreisetage sowie für Abwesenheitstage ohne Übernachtung bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit.

6. Der jährliche Freibetrag für Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung wird von derzeit 500 €auf 600 € angehoben.

Bitte beachten Sie in dem Zusammenhang die spätestens ab 2020 geltende Pflicht, dass die Maßnahmen auch hinsichtlich der Zertifizierung dem SGB V entsprechen müssen. Hierzu informierten wir Sie bereits in der Vergangenheit. Demnach werden die von vielen Firmen angebotenen Massagen künftig nicht mehr als Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung anerkannt.