Firmenfeier anlässlich eines Jubiläums oder runden Geburtstags eines Arbeitnehmers

Veranstaltet ein Arbeitgeber anlässlich eines Jubiläums oder eines runden Geburtstags eines Arbeitnehmers eine Firmenfeier, kann dies zu lohnsteuer- und beitragspflichtigem Arbeitslohn führen. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer für seine private Feier eigene Aufwendungen spart. Lädt hingegen ein Arbeitgeber anlässlich eines persönlichen Ereignisses eines Arbeitnehmers Geschäftsfreunde, Repräsentanten des öffentlichen Lebens, Vertreter von Verbänden und Berufsorganisationen sowie Mitarbeiter der Firma zu einem Empfang ein, liegt eine betriebliche Veranstaltung des Arbeitgebers vor. Die vom Arbeit­geber übernommenen Kosten bleiben beim Arbeitnehmer lohnsteuer- und beitrags­frei. Daher muss für jeden Einzelfall eine steuerliche Beurteilung erfolgen.

Für ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse aus Sicht der Finanzverwaltung und des Bundes­finanzhofes spricht, wenn

  • der Arbeitgeber und nicht der Arbeitnehmer selbst als Gastgeber auftritt,
  • die Einladungen sich nach betrieblichen Aspekten richten und
  • die Firmenfeier in den Geschäftsräumen des Arbeitgebers stattfindet.

Nach Ansicht der Finanzverwaltung stellen die anteiligen Aufwendungen des Arbeitgebers, die auf den Arbeitnehmer selbst und seine privaten Gäste entfallen, nur dann steuer­pflichtigen Arbeitslohn dar, wenn die Aufwendungen des Arbeitgebers die Freigrenze von 110 € je teilnehmender Person übersteigen.

Die folgenden Beispiele sollen verdeutlichen, wie ein Fest des Arbeitgebers aus Lohnsteuer- und Sozialversicherungssicht zu behandeln ist und welche Aufwendungen als Betriebsausgaben beim Arbeitgeber behandelt werden dürfen.

Beispiel: Ein Unternehmen lädt anlässlich des 60. Geburtstags des Geschäftsführers 100 Gäste zu einem Empfang in den eigenen Geschäftsräumen ein. Zu den Gästen zählen neben der gesamten Belegschaft (20 Arbeitnehmer) 30 Kunden und Geschäftspartner, Angehörige des öffentlichen Lebens und Vertreter der Presse. Die Kosten für die Feier betragen 5.000 € und entfallen auf Speisen, Getränke, Dekoration und Ausgestaltung der betrieblichen Räume.

Bei dem Empfang handelt es sich um ein Fest des Arbeitgebers, da der Arbeitgeber selbst und nicht der Arbeitnehmer als Gastgeber auftritt, die Einladungen sich nach betrieblichen Aspekten richten und die Firmenfeier in den Geschäftsräumen des Arbeitgebers stattfinden. Da die Kosten je teilnehmender Person den Betrag von 110 € nicht übersteigen, entsteht kein Arbeitslohn. Der Arbeitgeber hat die Kosten weder zu versteuern noch zu verbeitragen. Die anfallenden Kosten für die Feier sind grundsätzlich als Betriebsausgaben abzugsfähig. Zu beachten ist jedoch, dass die angefallenen Bewirtungskosten den Gewinn nur zu 70 % mindern dürfen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG).

Abwandlung: Zu dem Empfang werden neben der gesamten Belegschaft (20 Arbeitnehmer) 27 Kunden und Geschäftspartner sowie Angehörige des öffentlichen Lebens auch Angehörige des Jubilars (die Ehefrau sowie die beiden Kinder) eingeladen. Die Kosten für die Feier betragen 7.500 € und übersteigen mit 150 € (=7.500/50) je Teilnehmer den Betrag von 110 € je Teilnehmer. Da die Freigrenze von 110 € überschritten wird, führen diejenigen Kosten, die auf den Arbeitnehmer entfallen, zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Die auf die anderen Arbeitnehmer sowie die Kunden und Geschäftspartner entfallenden Kosten sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Lediglich die anteiligen Bewirtungskosten dürfen den Gewinn nur zu 70 % mindern (s.o.).

Die Aufwendungen für die Familienangehörigen sind ebenfalls dem Jubilar zuzurechnen. Die auf den Jubilar anteilig entfallenen Kosten in Höhe von 600 € (4 x 150 €) führen zu steuerpflichtigem und sozialversicherungspflichtigem Arbeitslohn.

Hinweis: Die steuerliche Einordnung von Veranstaltungen ist je nach Sachverhalt teilweise recht schwierig. Daher empfehlen wir, die Sachverhalte durch uns prüfen zu lassen und bei Bedarf die steuerliche Behandlung durch eine Anrufungs­auskunft abzusichern.