Betriebsveranstaltungen: „No-Show-Effekt“ - Absagen von Arbeitnehmern sollen sich steuerlich nicht zulasten der feiernden Kollegen auswirken

Das Finanzgericht Köln hat in seinem Urteil vom 27.06.2018 - Az. 3 K 870/17 (Revision anhängig, BFH-Az. VI R 31/18) - entschieden, dass Absagen von Kollegen anlässlich einer Betriebsveranstaltung (im hier entschiedenen Fall: Weihnachtsfeier) steuerrechtlich nicht zu Lasten der tatsächlich Feiernden gehen. Das Urteil ist erfreulich, weil das Finanzgericht für lohnsteuerliche Zwecke den Teilnehmern Aufwendungen nur in der Höhe als Arbeitslohn (nach Abzug eines Freibetrags von 110 €) zurechnet, wie sie bei einem Erscheinen aller Eingeladenen angefallen wären. Allerdings vertritt die Finanzverwaltung nach wie vor eine ungünstigere Auffassung. Danach sind die tatsächlichen Aufwendungen für die Betriebsveranstaltung auf die tatsächlich an der Betriebsveranstaltung teilhabenden Arbeitnehmer aufzuteilen. Durch das Nichterscheinen von eingeplanten Teilnehmern kann es also zu einer ungewollten Überschreitung des 110-€-Freibetrags und einer damit einhergehenden Lohnversteuerung kommen. 

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