Betriebliches Gesundheitsmanagement steuerlich optimiert - Worauf Arbeitgeber achten sollten:

Beabsichtigen Sie, Ihren Arbeitnehmern zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands bzw. im Rahmen einer Arbeitsschutzmaßnahme die Kosten für die Anschaffung von z. B. einer Bildschirmbrille oder Kosten für Sportkurse zu erstatten, ohne dass dadurch Lohnsteuer anfällt? Damit das gelingt, sollten Sie die dafür notwendigen Voraussetzungen sowie die daraus resultierenden lohnsteuerlichen Auswirkungen vorher genau prüfen. Sprechen Sie uns gern an.

Folgende aktuelle Beispiele zeigen, dass es auf die konkreten Details ankommt, um für gesundheitsbezogene Leistungen des Arbeitgebers eine Steuerbegünstigung zu erhalten:

Bildschirm-Arbeitsbrille

Arbeitgeber sind im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge verpflichtet, den Arbeitnehmern an Bildschirmarbeitsplätzen bei Bedarf spezielle Sehhilfen zur Verfügung zu stellen. Legt der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ein ärztliches Attest vor, erfolgt die anschließende Anschaffung der Bildschirmbrille im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers. Dies hat zur Folge, dass die Erstattung der Kosten für die Sehhilfe durch den Arbeitgeber beim Arbeitnehmer steuer- und beitragsfrei bleibt.

Fehlt jedoch eine augenärztliche Verordnung (Attest) oder wird dieses erst nach Anschaffung der Brille nachgereicht, ist eine Steuer- und Beitragsfreistellung der Kostenübernahme durch den Arbeitgeber hingegen nicht möglich.

Übernahme der Kosten für eine Sensibilisierungswoche

Bietet ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern eine sog. Sensibilisierungswoche an, die Kurse zu gesunder Ernährung und Bewegung, Körperwahrnehmung, Stressbewältigung, Herz-Kreislauf-Training, Achtsamkeit, Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit umfasst, handelt es sich nicht um eine Arbeitsschutzmaßnahme. Der Bundesfinanzhof verneinte aufgrund des fehlenden Bezugs zu berufsspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigungen und der Freiwilligkeit der Maßnahme ein überwiegend betriebliches Interesse an den Kursen und behandelte diese folglich als Arbeitslohn.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann für die Sensibilisierungswoche als betriebliche Gesundheitsförderung jedoch ggf. eine (Teil-)Steuerbefreiung greifen. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass die Leistung von den Spitzenverbänden der Krankenkassen als gesundheitsfördernd zertifiziert ist. Ferner dürfen die Kosten für die Leistung nicht mit dem vereinbarten monatlichen Bruttolohn verrechnet werden. Es muss sich um eine zusätzliche Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer handeln. Sind diese Kriterien erfüllt, sind die vom Arbeitgeber getragenen Kosten der Sensibilisierungswoche nur insoweit als Arbeitslohn zu versteuern, als sie (gemeinsam mit anderen Maßnahmen) 500 € pro Arbeitnehmer und Kalenderjahr übersteigen.